Neuigkeit

Über Engagement, Abschied und den Frieden

Bilder von J. Max Gepperth

67 Abiturienten erhalten ihr Zeugnis bei der akademischen Verabschiedung

Von Jan Max Gepperth

Maintal. Für insgesamt 67 Schüler der Albert-Einstein-Schule in Bischofsheim war es ein besonderer Abend. Ein Abend, auf den sie lange hingearbeitet hatten. Denn am Freitag konnten sie endlich ihr langersehntes Abiturzeugnis in den Händen halten.

Im Rahmen einer mehrstündigen Zeremonie wurden nicht nur Zeugnisse verteilt, sondern auch Weisheiten mit auf den Weg gegeben und Auszeichnungen verteilt. Diese wurden für die Bestnoten in den Prüfungen vergeben. Insgesamt 25 wurden in diesem Jahr die 15 Punkte in einer Prüfung erreicht.

Eine der ausgezeichneten Schülerinnen war Karen Radetzky. Die Abiturientin erhielt nicht nur eine Auszeichnung für die Bestnote in Mathematik, Biologie, Ethik und Chemie, sondern auch den Preis des Schulleiters. Dieser wurde ihr für ihre Leistungen im vergangenen Jahr bei „Jugend forscht“ überreicht. In ihrem Projekt hatte sie sich mit den Auswirkungen von saurem Regen auf die Qualität des Bodens sowie das Pflanzenwachstum beschäftigt. Die Auszeichnungen hatten die Schülerin, die eine von drei 1,0-Absolventinnen ist, sehr überrascht aber nicht weniger gefreut. Nun plane sie eine kleine Pause und eine Reise, ehe sie sich ins Studium stürzen möchte. „Ich fange dann einen NC-freien Studiengang an. Die Frage ist, ob sich das alles dann rentiert hat“, scherzt die angehende Molekularwissenschaftsstudentin.

Insgesamt erreichte die diesjährigen Abiturienten einen Durchschnitt von 2,29. Hierbei wird er nur von den Jahrgängen 2013 (2,27) und 2015 (2,21) überboten, wie Oberstufen-Leiterin Barbara Bingel verkündete. Bingel, die seit 17 Jahren an der Schule war, verkündete auch ihren Abschied. „Dies wird meine letzte Zeugnisübergabe und meine letzte Verabschiedung sein“, erklärte sie den Anwesenden. Aus diesem Grund freute sie sich umso mehr über den Blumenstrauß, den ihr die Abiturienten zum Abschied überreicht hatten. Wehmütig schaut sie jedoch nicht zurück. „Ich bin ja noch mittendrin. Wir haben auch bald Zeugniskonferenzen. Also hatte ich noch keine Zeit mir darüber Gedanken zu machen“, erklärt sie freundlich, aber bestimmt. Allerdings fügt sie dann noch mit einem süffisanten Lächeln hinzu: „Ich werde erst am letzten Schultag offiziell verabschiedet. Dann müssen die Kollegen halt noch etwas länger als bis zur dritten Stunde bleiben.“

Neben den schulischen Rednern wie Bingel, Schulleiter Claus Wörn, Fördervereins-Vorsitzende und ehemalige Lehrerin Dr. Irmgard Körber und Schulelternbeiratsvorsitzende Manuela Lörke, waren auch einige Politiker vor Ort, die den Abiturienten ihre Glückwünsche aussprechen wollten. Neben dem Kreisbeigeordneten des Main-Kinzig-Kreis Dr. Hans Katzer waren auch die Bürgermeister von Maintal, Monika Böttcher, Schöneck, Cornelia Rück und Niederdorfelden, Klaus Büttner, anwesend. Natürlich hatten die Bürgermeister auch für jeden der Absolventen ihrer Gemeinde ein kleines Präsent.

Bei den Grußworten stachen vor allem die von Büttner und Böttcher hervor. Der Niederdorfelder Bürgermeister stieg humorvoll ein: „Hier steht mal einer, der kein Abitur hat und trotzdem hier reden darf.“ Insgesamt versuchte er auf humorvolle Art und Weise mit einer chinesischen Fabel den Schülern klar machen, dass man sich von ausweglosen Situationen nicht unterkriegen lassen soll.

Böttcher hingegen nutzte die Möglichkeit, um einen Apell an die Schüler zu richten. Sie sollten sich weitern für die wichtigen Themen dieser Zeit wie Klima oder Demokratie und Frieden engagieren und diesen Weg weiter gehen. „Denn das Europa, das wir haben, ist nicht selbstverständlich.“

Später darauf angesprochen erklärt Böttcher, dass ihr dieser Punkt sehr wichtig gewesen sei. „Die Jugendlichen sind politisch interessiert und das wollte ich noch einmal würdigen. Außerdem ist Frieden etwas Kostbares, das gelebt werden müsse.“

Auch Claus Wörn zeigt sich mit lobenden Worten für den Jahrgang. „Die Kollegen haben den Schülern immer attestiert, dass sie nicht nur eine hohe Leistungsbereitschaft haben, sondern auch in der Lage gewesen sind, sich selbstkritisch zu hinterfragen.“  Vor allem der Unterricht habe den Kollegen sehr viel Spaß gemacht, da er mit den Schülern gemeinsam sehr bunt geworden sei. „Da sind Leute dabei, die ihre Arbeit sehr gründlich machen und bereit sind, Verantwortung zu übernehmen“, fasst der Schulleiter abschließend zusammen.

 

Bilder von J. Max Gepperth