Politik & Wirtschaft

Bedeutung des Faches Politik & Wirtschaft

Der Mensch ist ein politisches Wesen, schon lange bevor ihm dies selbst bewusst ist. Dies bedeutet, dass er beispielsweise von seiner Geburt an rechtsfähig ist und Geschenke oder Erbschaften annehmen kann, aber auch ab einem Alter von 10 bis 12 Jahren beginnt, die Strukturen und Regeln seiner Umwelt bewusst wahrzunehmen und selbst „Politik zu betreiben“, um auf diese Strukturen seiner Peer Groups Einfluss zu nehmen und aktiv an der Lösung von Problemen teilzunehmen.

Aufgaben des Faches Politik & Wirtschaft

In diesem Sinne ist es die Aufgabe des Faches Politik & Wirtschaft, die Schüler nacheinander mit den komplexer werdenden gesellschaftlichen Teilsystemen der Familie, des Rechts- und Justizwesens, des politischen Systems und der Wirtschaft vertraut zu machen und aufbauend auf dieser Wissenskompetenz die Fähigkeiten zu vermitteln, um sich nach dem Verlassen der Schule erfolgreich in der Gesellschaft orientieren, an ihr teilnehmen und politische Entscheidungen beurteilen und kritisieren zu können. Der Politik-Unterricht der Albert-Einstein-Schule orientiert sich dabei am Leitbild des „interventionsfähigen Bürgers“, der sich seiner Rechte, seiner Pflichten und seiner Rolle in der liberal-demokratischen Gesellschaft bewusst und fähig ist, diese auch wahrzunehmen.

Die Lehrinhalte, die den Schülern zumeist problem-, konflikt- und aktualitätsorientiert präsentiert werden und mit der zentralen Ausrichtung auf die Ausbildung persönlicher Urteilskompetenz ausgestaltet sind, wurden durch die Fachschaft im kompetenzorientierten Fachcurriculum Politik & Wirtschaft für die Sekundarstufe I niedergelegt. Sie orientieren sich an den Vorgaben des Rahmenlehrplans des Landes Hessen und den nationalen Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz:

Darüber hinaus hat das Fach Politik & Wirtschaft – stärker noch als andere Fächer – die Aufgabe, für die Schülerinnen und Schüler eine Brücke in die Welt außerhalb und nach der Schule zu bauen und schulisches Lernen mit altersgerechten außerschulischen Lernorten und -inhalten zu verknüpfen. Regelmäßige Veranstaltungen sind:

Betriebspraktikum (Klasse 8)

An der AES absolvieren die Schülerinnen und Schüler im Laufe ihrer gymnasialen Schullaufbahn zwei Praktika. Das erste Praktikum, das Betriebspraktikum, findet in der Jahrgangsstufe 8 statt. Das zweite Praktikum, das Sozialpraktikum, findet in der E – Phase (10. Klasse) statt.
Beide Praktika haben unterschiedliche Schwerpunkte und Ziele. Das Ziel des Betriebspraktikums ist es, dass die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in ein Berufsfeld außerhalb des schulisch-pädagogischen Bereiches bekommen. Den Schülerinnen und Schüler soll die Möglichkeit eröffnet werden, Einsichten in das Arbeits-, Berufs- und Wirtschaftsleben zu erhalten.
Zudem soll das Betriebspraktikum, aber auch das später folgende Sozialpraktikum, den Schülerinnen und Schülern bei ihrer beruflichen Orientierung hilfreich sein und sie für die schulische und betriebliche Ausbildung motivieren. Außerdem können die Schülerinnen und Schüler schulisch vermittelte Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten in der Praxis anwenden und an der Realität messen.

Teilnahme am "Planspiel Börse" (Klasse9)

Das Planspiel Börse ist ein europaweit von den Sparkassen organisiertes Planspiel. Es hat das Ziel, Schülern und Studenten die Funktionsweise der Börse näher zu bringen. Zu Beginn des Börsenspiels stehen jedem Schülerteam, aus mindestens fünf und maximal acht Teilnehmern bestehend, 50.000 € virtuelles Startkapital zur Verfügung, mit welchem mindestens drei Aufträge bis zum Spielende getätigt werden müssen. Auf ihr Depot können die Teilnehmer mittels der Planspiel-Börse-Website zugreifen. Ziel des Spiels ist es, den Depotwert durch geschicktes Handeln zu steigern.

Seit 2009 werden auch Teams prämiert, die mit nachhaltig orientierten Wertpapieren den größten Ertrag erzielen. Durch die Teilnahme am Planspiel Börse sollen sowohl die Team- als auch die Entscheidungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler geschult werden. Zudem erhalten sie die Gelegenheit, im äußerst komplexen Raum der Finanzwirtschaft durch simulatives Handeln erste Erfahrungen zu sammeln.

Die Begleitung des Spiels im Unterricht gewährleistet hierbei, dass die Schüler die Börse und hochriskante Wertpapiergeschäfte nicht kritiklos bejahen, sondern sich Chancen und Risiken für den Einzelnen sowie für die Gesellschaft bewusst machen und eine kritische Distanz aufbauen.

Teilnahme am Wettbewerb "Jugend Debattiert"

Der renommierte Wettbewerb „Jugend debattiert“, an dem die Schülerinnen und Schüler der Albert-Einstein-Schule erstmals in Klasse 8 unter Federführung des Faches Deutsch teilnehmen, fand zum Schuljahr 2013/14 auch seinen festen Platz im Fachcurriculum Politik & Wirtschaft. Unter der Einhaltung fester Regeln debattieren die Schülerinnen und Schüler in Vierergruppen über aktuelle gesellschaftspolitische Streitfragen.
Dabei stärken sie ihre kommunikativen Fähigkeiten und verbessern ihre politische Urteilskompetenz. Zudem gibt das Debattentraining den Schülerinnen und Schülern mehr Sicherheit im Auftreten bei Präsentationen und Prüfungen sowie später in Bewerbungssituationen.

Teilnahme am Planspiel POL&IS "Politik und Internationale Sicherheit" (Jahrgangsstufen E und Q1)

Das POL&IS-Planspiel richtet sich an alle interessierten Schülerinnen und Schüler der E- und Q-Phasen und findet in der Regel kurz vor den Sommerferien statt.

Das Simulationsspiel dient dazu internationale Politik mit den verschiedenen Politikfeldern Wirtschaft, Soziales, Umwelt und Politik in ihrer komplexen Verflechtung kennenzulernen. Dabei müssen unter Simulation realistischer Bedingungen politische, gesellschaftliche, militärische und endwicklungspolitische Entscheidungen getroffen werden, die geeignet sind, (welt-)politisches Bewusstsein zu wecken bzw. zu fördern.

Das Spiel wurde von der Universität Erlangen ursprünglich für Studenten entwickelt und wird seit 1990 von Offizieren der Bundeswehr durchgeführt, wodurch das Planspiel relativ kostengünstig angeboten werden kann.

Dabei wählen sich die Teilnehmenden in Ländergruppen bzw. Länder ein und übernehmen verschiedene Funktionen (Regierungschef, Wirtschaftsminister, Umweltminister etc.). Die Spielleiter der Bundeswehr bereiten das Spiel für jede Teilnehmergruppe neu vor, sodass tagesaktuelle Fragen und Szenarien realitätsnah von den Schülerinnen und Schülern bearbeitet werden können. So beginnt jede Spielrunde mit der aktuellen Tagesschau der ARD und realen Nachrichten, woraus die Spielleiter jeweils entsprechende Vorgaben für die Länder entwickeln.

Jede Spielrunde endet mit einer kleinen UN-Konferenz, auf der die in den Ländergruppen aufgetretenen Probleme und Lösungsstrategien gemeinsam besprochen werden.

Dazu muss jeder Schüler und jede Schülerin in den drei Tagen eine Rede vor der UN halten. Auch diese Rede wird vorbereitet und jeder Redner erhält eine individuelle Rückmeldung zu Redeverhalten, Überzeugungskraft und inhaltlichem Gehalt. 

Besuch des Europäischen Parlaments in Strassburg (Jahrgangsstufe Q3)

Die Europäische Untion gewinnt zunehmend an politischer Bedeutung und vor allem das Europäische Parlament übernimmt dabei als Organ der Bürgerinnen und Bürger immer mehr gestalterische Aufgaben. So gehen bereits 60% aller Gesetze in Deutschland auf legislative Vorgaben der EU zurück.

Darüber hinaus stellt das europäische Projekt einen einzigartigen Versuch dar, historische Feindschaften und Differenzen durch politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit zu überwinden. Dafür erhielt die EU 2013 den Friedensnobelpreis.

Auf der anderen Seite steht die EU durch ihre Flüchtlingspolitik oder die aktuelle Finanzkrise auch immer wieder in der Kritik.

Im Rahmen des Schulprogramms der AES, das als einen Schwerpunkt der weltoffenen Erziehung die Integration europäischer Bildungsinhalte vorsieht, organisiert die Fachschaft PoWi für alle Schülerinnen und Schüler der Q3 verbindlich eine eintägige Exkursion zum Europaparlament nach Straßburg. Diese Exkursion ist Teil der Unterrichtseinheit "BRD und europäische Integration - Institutionelle Strukturen und Entscheidungsprozesse in der EU" aus der Q1.

Uni-Schnuppertage der Goethe-Universität Frankfurt (Jahrgangsstufe Q3)

Die Goethe-Universität Frankfurt bietet den kommenden Abiturientinnen und Abiturienten in und um Frankfurt in jedem Wintersemester die Möglichkeit, den Hochschulalltag unter realen Bedingungen zu erleben. An zwei vollen Tagen können die Schülerinnen und Schüler in Lehrveranstaltungen aller Fachbereiche und Forschungsgebiete hineinschnuppern und auch während des restlichen Semesters Uni-Veranstaltungen außerhalb der schulischen Unterrichtszeit besuchen.
Sie erhalten so vor dem Abitur eine wertvolle Orientierungsmöglichkeit zur weiteren Ausbildung im Leben nach der Schule. Die Uni-Schnuppertage erfreuen sich an der Alert-Einstein-Schule nicht zuletzt deshalb einer hohen Beliebtheit.

Weitere Aktivitäten und Kooperationen

Neben diesen fest im schulischen Konzept der Albert-Einstein-Schule verankerten Aktivitäten kooperiert die Fachschaft Politik & Wirtschaft auch mit Institutionen wie den Bildungspartnern Main-Kinzig oder den Wirtschaftsjunioren der Industrie- und Handelskammer Frankfurt, um themenorientiert außerschulische Expertise in den Unterricht zu holen.
Außerdem nehmen regelmäßig Klassen an produktionsorientierten Politik-Wettbewerben – etwa des Bundespräsidenten oder der Bundeszentrale für politische Bildung – teil und sind dabei erfolgreich. Der Themenkomplex „Jugendliche und Recht“ in Klasse 8 kann und wird von vielen Kolleginnen und Kollegen zudem mit dem Besuch einer Verhandlung an den Amtsgerichten in Frankfurt, Hanau und Offenbach verknüpft.