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Schulchronik
Aber bei wachsenden Schülerzahlen war schon 1975 abzusehen, dass die neue Schule auch ein neues Gebäude benötigen würde. Im benachbarten Stadtteil Bischofsheim wurde ein geeignetes Gelände für den Neubau gefunden. Nach gemeinsamer Planung von Architekt, Schulträger und Kollegium wurde das Schulgebäude gebaut und 1978 bezogen. Zu dieser Zeit besuchten zwischen 70 und 80 Schülerinnen und Schüler pro Jahrgang die Oberstufenschule. Fast alle kamen damals aus den ihr zugeordneten Gesamtschulen Dietrich-Bonhoeffer-Schule (Dörnigheim) und Erich-Kästner-Schule (Bischofsheim).
Zu Beginn der 80er Jahre setzte ein Rückgang der Schülerzahlen ein und die Jahrgangsbreiten sanken allmählich unter 50 Schülerinnen und Schüler. Der Grund für diesen Rückgang wurde in der sinkenden Akzeptanz der beiden Gesamtschulen durch Eltern gesehen, die ihre Kinder lieber in Gymnasien in den benachbarten Städten Hanau und Frankfurt schickten. Der Bestand der Schule schien langfristig gefährdet. 1986 wurde der Schulleiter des Albert-Einstein-Gymnasiums Karl Eyerkaufer zum Landrat des Main-Kinzig-Kreises gewählt und verließ die Schule. Dies zog personelle Veränderungen in der Schulleitung nach sich: Günter Boos, seit dem Tod von Frau Redieske 1984 stellvertretender Schulleiter an der Schule, übernahm die Schulleitung; Herr Wittholz, seit 1979 Studienleiter der Schule, wurde stellvertretender Schulleiter und 1988 übernahm Jutta Waschke vom ihm die Studienleitung.
Diese neue und schwierige Aufgabe, die für alle unbekanntes Terrain bedeutete, packten Schulleitung und Kollegium mit großem Engagement an. Zum Schuljahr 1988/89 bezogen die ersten „Fünfer“ – es waren 90 Schülerinnen und Schüler – ihre Klassenräume im sogenannten Altbau der Schule. Als in den folgenden Jahren die Anmeldungszahlen für den 5. Jahrgang wuchsen und dort bis zu fünf Klassen gebildet werden mussten, sahen sich alle in ihrer Entscheidung bestätigt. Gleichzeitig sanken die Schülerzahlen in der Oberstufe stetig; der letzte Abiturjahrgang 1996, der nur aus externen Schülerinnen und Schülern bestand, umfasste nur noch 24. Schülerinnen und Schüler.
Neben der baulichen Erweiterung der Schule entwickelte man auch das Schulprofil weiter. Ab dem Schuljahr 1992/93 wurde im 5. Schuljahr Französisch als erste Fremdsprache angeboten. Ein Schüleraustausch mit der alten Partnerstadt Hochstadts in Frankreich, Luisant in der Nähe von Chartres, war längst in die Wege geleitet. 1997 kam ein zweiter Austausch mit Frankreich (Lyon) zustande, der jedoch aus organisatorischen Gründen wenige Jahre später von französischer Seite beendet wurde. Die Lateinklassen – beflügelt durch den Besuch einer Italienisch-Arbeitsgemeinschaft – begannen im Herbst 1992 einen Austausch mit einer Schule im norditalienischen Bergamo. Es gab gemeinsame Unterrichtsprojekte mit einer Schule im ungarischen Esztergom und dem Rämibühl-Gymnasium in Zürich. Neben dem üblichen Betriebspraktikum im 9. Schuljahr wurde für einige Schüler die Möglichkeit eröffnet, auch in Frankreich ein solches Praktikum abzulegen. Als weitere Fremdsprache wird seit 1992 ab der 9. Jahrgangsstufe auch Spanisch unterrichtet. Nachdem die Schule eine umfangreiche Ausstattung mit Computern erhalten hatte, konnten die Schülerinnen und Schüler im Umgang mit Datenverarbeitung, Internet etc. geschult werden. Im Schuljahr 1999/2000 wurden eine bilinguale Klasse Englisch eingerichtet. Außerdem wurde naturwissenschaftlicher Unterricht mit experimentellem Schwerpunkt im 7. und 8. Schuljahr und Wahlpflichtkurse im 9. und 10. Schuljahr angeboten.
Auch in der Oberstufe entwickelten sich neue Perspektiven. Im 11. Jahrgang wurde 1995 ein Sozialpraktikum eingerichtet, das seitdem in Altenheimen, Krankenhäuser, Kindergärten, Behinderteneinrichtungen, Sonderschulen etc. stattfindet. Im 12. Schuljahr wurde die Teilnahme an einer Planspielwoche angeboten, in der computerunterstützt ökonomische, politische und ökologische Problemstellungen durchgespielt werden. Daneben entstanden verschiedene Workshop-Aktivitäten, eine Theatergruppe eta-blierte sich und Musik- und Literaturabende wurden organisiert. Im Juni 1997 machte der erste Jahrgang Abitur, dessen Schülerinnen und Schüler seit der 5. Klasse das Albert-Einstein-Gymnasium besucht hatten. Mit diesem Ereignis begannen sich auch die Abiturfeiern der Schule zu ändern; man fand Gefallen an feierlichen Zeugnisübergaben und festlichen Ballveranstaltungen im Bürgerhaus Bischofsheim.
Am Ende des Schuljahres 2001/02 wurde Herr Bard als erster „regulärer Pensionär“ des Kollegiums von der Schulgemeinde feierlich verabschiedet. Um die Schüler dem Buch und dem Lesen wieder näher zu bringen und ihre Lesekompetenz zu entwickeln, leistet nicht nur die im neuen Gebäude A eingerichtete und von Eltern ehrenamtlich betriebene Präsenzbibliothek wertvolle Dienste, sondern auch der seit 2001 alljährlich im Herbst im Atrium stattfindende öffentliche Schulentscheid im Vorlesewettbewerb der 6. Klassen, zu dem Mitschüler, Eltern und Kollegium eingeladen sind. Seit dem Schuljahr 2001/02 rückten verstärkt besondere pädagogische Aktivitäten in den Mittelpunkt. Im Herbst 2000 wurde Frau Schillinger mit der Wahrnehmung der Aufgaben zur Suchtprävention beauftragt. Bereits im gleichen Schuljahr fand die erste Veranstaltung des »Theater Requisit« für die Schüler des 8. Schuljahrs statt, die Anlass gab, Suchtprobleme und Suchtgefahren mit betroffenen Schauspielern zu diskutieren. Für die Schüler der Oberstufe findet seitdem alljährlich ein »Gut-drauf-Tag« statt, an dem Befindlichkeiten, Probleme und Lösungen diskutiert werden. In den Schuljahren 2002/03/04 fanden an der Schule unter Anleitung von Frau Schillinger zusammen mit der SV und einer interessierten Schülergruppe Kampagnen statt, die zunächst zur Eindämmung des Rauchens und schließlich zu einem generellen Rauchverbot führten, das auch für die Lehrer galt; selbst hartnäckige Raucher unter den Lehrern gaben dabei das Rauchen auf. Etwa zur gleichen Zeit fand unter der tatkräftigen Initiative von Frau Prochaska die Mediation durch Schulungen interessierter Lehrer Eingang in den Schulalltag. Eine Mediationsgruppe von Schülern trainierte Mediatoren, die helfen sollten, Streitigkeiten unter den Schülern zu vermeiden bzw. zu schlichten.
Im Februar 2002 wurde die Studienleiterstelle unserer Schule neu besetzt; Frau Barbara Bingel, die zuvor an der Hohen Landesschule in Hanau unterrichtete, wurde dazu an unsere Schule versetzt. Frau Bingel bereicherte das kulturelle Leben der Schule seit Dezember 2003 jedes Jahr mit der Veranstaltung »Literatur im Gespräch«, zu der sie Autoren und Kulturschaffende verschiedenster Provenienz zu Lesungen in die Schule einlädt. Lehrer und Schüler besuchen diese Veranstaltungen, nachdem sie im vorhergehenden Unterricht eine Einführung zu dem jeweiligen Autor erhalten oder erarbeiten haben, um nach der Lesung Fragen stellen zu können. Im Herbst 2002 wurde eine neue Schule für einen Austausch mit Frankreich gefunden; im Frühjahr 2003 wird eine Schülergruppe aus Bagnères-de-Bigorre am Rand der Pyrenäen die Albert-Einstein-Schule besuchen. Seitdem finden regelmäßig Austausche statt, die den bereits seit langem bestehenden Austausch mit Luisant ergänzen. Viele Mitglieder der Schulgemeinde nahmen seit etwa 2000 besonderen Anteil an den Erfolgen einer ehemaligen Schülerin der Schule: Birgit Prinz. Im Schuljahr 1988/89 trat sie in den ersten 5. Jahrgang unserer Schule (Klasse 5b) ein und verließ sie 1997 mit dem Abitur. Birgit Prinz hatte bereits während ihrer Schulzeit im Verein Fußball gespielt. 2003 gewann sie mit der deutschen Frauenfußball-Nationalelf die Weltmeisterschaft und wurde 2003 und 2004 als weltbeste Sportlerin geehrt. Im Juli 2003 ging Herr Dilgen, der seit Gründung unserer Schule im Jahr 1977 Mitglied des Kollegiums war, in den vorzeitigen Ruhestand. Erfreulicherweise halten er und Herr Bard guten Kontakt zur Schule und unterstützen die Kollegen als Begleitpersonen bei Wanderfahrten. Zu Beginn des Schuljahrs 2003/04 war die Zahl der Schüler, die mit Französisch als erster Fremdsprache im 5. Schuljahr beginnen wollten, so stark zurückgegangen, dass dieses Angebot wegen des hohen Aufwandes an Lehrerstunden nicht mehr aufrecht zu erhalten war. Um Französisch als zweite Fremdsprache weiter attraktiv zu machen, richtete die Schule 2004 unter der Leitung von Frau Schwarz ein freiwilliges Zusatzangebot ein, das es den Teilnehmern ermöglicht, das Französisch-Sprachdiplom DELF zu erwerben. Seit sich im März 2004 Schüler und Schülerinnen unter der Leitung von Frau Appel als »English Theatre Group« zusammenfanden und mit viel Engagement mehrere Theaterstücke verfasste und aufführte, fanden sich immer wieder Spielgruppen zusammen, die die Bühne im Atrium nutzten. Ein Sponsorenlauf an einem heißen Junitag im Jahr 2004 brachte dann durch die erstaunlichen Laufleistungen vieler Schüler insgesamt die Summe von ca. 13.000 € zusammen, die dazu beitrugen, die Bühne im mit guter Beleuchtungs- und Tontechnik auszustatten. Ebenfalls im Jahr 2004 gelang es, Kontakte zur privaten St. Francis Preparatory School in New York knüpfen und einen Austausch zu organisieren, an dem ausgewählte Schülerinnen und Schüler der 10. und 11. Jahrgangsstufen teilnehmen können. Die Teilnehmer reisen für drei Wochen nach New York, nehmen dort am Unterricht der SFPS teil und wohnen bei ihren Tauschpartnern, die dann zu einem Gegenbesuch nach Maintal kommen. Im gleichen Jahr 2004 begann auch die Teilnahme von Lehrern und Schülern unserer Schule an dem von der Europäischen Union geförderten »Comenius Projekt«, das zunächst Internet-Kontakte zu Lehrern und Schülern in anderen europäischen Ländern vermittelte, die gemeinsam Themen (z. B. Ökologie) bearbeiten. Vertreter der teilneh-menden Schulen treffen sich dann in einer der Schulen, um das Projekt abschließend zu behandel. Auf diese Weise fanden z. B. Treffen in Pisa (Italien), Petrer (Spanien) und hier in unserer Schule statt. Das Projekt läuft über drei Jahre. Auch im Sekretariat der Schule setzte 2004 mit der Pensionierung von Frau Hindenach, die seit zwanzig Jahren die Seele dieser wichtigen Schaltstelle gewesen war, ein Wechsel ein. Ein Jahr später folgte ihr Frau Boyé und schließlich 2006 Frau Racky. Ersetzt wurden sie von Frau Weihs, die von leider öfter wechselnden Hilfskräften nur unvollkommen unterstützt wurde. Seit Beginn des Schuljahres 2008/09 ist das Sekretariat durch die Zuweisung von Herrn Link, dem ersten Schulsekretär im Main-Kinzig-Kreis, wieder vollständig besetzt.
Zum Schuljahr 2005/06 wurde die Stelle des Aufgabenfeldleiters III durch Herrn Stefan Rausch neu besetzt, nachdem Frau Woigeck die offene Stelle des stellvertretenden Schulleiters übernommen hatte. Durch die anstehende Pensionierung von Frau Prochaska zum Ende des Schuljahrs 2006/07 wurde jedoch die Leitung des Aufgabenfelds II wieder vakant und ein halbes Jahr später sollte die Leitung des Aufgabenfeldes I durch den Eintritt Herrn Neumanns in die Altersteilzeit auch unbesetzt sein. Im Herbst 2007 musste Frau Woigeck aus gesundheitlichen Gründen die Stellvertreterstelle niederlegen, wodurch von den sechs Positionen in der Schulleitung nur noch drei besetzt waren. Herr Rausch war gezwungen, Teilbereiche der Stellvertreterstelle zu bearbeiten und die Studienleiterin Frau Bingel stand kommissarisch den Aufgabenfeldern I und II vor. Erst im Herbst 2007 entspannte sich die Situation. Herr Wörn, der bis 2001 schon an unserer Schule tätig war und danach mehrere Jahre an der Deutschen Schule Singapur als Studienleiter gewirkt hatte, kehrte an die Schule zurück und besetzte die Stelle des stellvertretenden Schulleiters. Auch Frau Zimmermann, die bis Anfang 2006 an unserer Schule unterrichtete und an die Hohe Landesschule in Hanau wechselte, kehrte an die Albert-Einstein-Schule zurück und übernahm die Leitung des Aufgabenfeldes I. Schließlich konnte ab dem Schuljahr 2008/09 auch die Leitung des Aufgabenfeldes II besetzt werden mit Herrn Klein, der aus dem Auslandsschuldienst in Rumänien nach Deutschland zurückkehrte.
Im Juni 2008 wurde ein weiterer Sponsorenlauf organisiert und durchgeführt, der einen Erlös von 12400 € erbrachte, der zur Renovierung und Verschönerung der Schule verwendet wurde. Für das Schuljahr 2008/09 wurde durch den Umbau der Cafeteria das Platzangebot erweitert für die Mittagspause der Schüler der Sekundarstufe I, die nachmittags Unterricht haben. Besondere Planungen wurden auch für das Ganztagsangebot notwendig.
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